Gehen, laufen, jagen, klettern! Es gibt vieles, was die Natur bei der Konzeption des menschlichen Körpers bedacht hat. Lange ohne Bewegung zu bleiben gehört jedoch nicht dazu. Der menschliche Körper ist nicht dafür gemacht, über viele Stunden hinweg zu sitzen. Kann man Sitzen nun wirklich als das neue Rauchen bezeichnen? Kann das stundenlange Sitzen uns früher oder später zum Verhängnis werden?

Zivilisationskrankheit Nummer 1

Rückenbeschwerden gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Folgen übermäßigen Sitzens. Der DAK-Gesundheitsreport 2019 nennt Rückenschmerzen als häufigsten Grund für Krankentage. Diese Schmerzen kosten Deutschland jedes Jahr mehrere Milliarden Euro. Wir sitzen beim Frühstück, wir sitzen im Auto, wir sitzen im Büro, wir sitzen beim Abendessen, wir sitzen vorm Fernseher – das ist das Worst-Case-Szenario. Fakt ist wir sitzen durchschnittlich 9,3 Stunden pro Tag.

Und es hört bei Rückenschmerzen nicht auf. Lange Sitzepisoden können weitere gesundheitsschädigende Folgen hervorrufen. Es erhöht sich beispielsweise das Risiko an Diabetes Typ 2, an kardiovaskulären Erkrankungen, an psychischen Erkrankungen oder am metabolischen Syndrom zu erkranken. Auch die Wahrscheinlichkeit fettleibig zu sein bzw. zu werden steigt mit jeder zusätzlichen Sitzepisode von mindestens zehn Minuten.

Wir sitzen aus Gewohnheit

Wann, wo, wie und wie oft man sitzt, ist bei jedem Individuum unterschiedlich und wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Oft sind es eingespielte Automatismen – Gewohnheiten. Würden Sie sich nicht auch komisch vorkommen im Kino plötzlich zu stehen? Gewohnheit ist wohl unser größtes Hindernis, um eine Verhaltensänderung weg vom Sitzen, hin zum Stehen zu bewegen. Sie ist jedoch möglich! Werden Sie sich Ihres Verhaltens bewusst und verändern Sie dieses hin zu einem positiveren Outcome. Verhalten und Routinen können nicht einfach abgelegt werden, sie können nur verändert und verwandelt werden.

Ist Stehen die Alternative?

Wir sehen Stehen oft als Gegenteil von Sitzen. Doch gibt es vielleicht noch mehr Alternativen dazu? Schauen wir einmal in die Bürowelt. Die Ergonomie am Arbeitsplatz ist zurzeit in aller Munde. Was bedeutet das?

Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, der rundum sicherstellt, dass die Bedürfnisse des Körpers berücksichtigt werden. Man versteht darunter die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen und nicht umgekehrt – von den Arbeitszeiten über die Büroausstattung bis zum eigentlichen Arbeitsvorgang. Beispielsweise kann es ein Angebot an höhenverstellbaren Tischen geben, flexible Arbeitszeiten und das Raumkonzept lässt Spielraum für Bewegung. Aktive Pausen mit kleinen Mobilitätsübungen, sei es nur für 10 Minuten, sind einfach zu integrieren.

Oder der Drucker und die Kaffeemaschine werden in einem separaten Raum gestellt, einfach um eine kleine Bewegungspause zu initiieren. Und haben Sie schon mal was von Walk & Talk gehört? Diese Idee des mobilen Meetings ist einfach und überall umzusetzen. Laden Sie Ihre Kollegen auf einen Spaziergang ein und besprechen Sie draußen in der Natur Ihre Anliegen. Sie bekommen so nicht nur mehr Bewegung, auch die frische Luft beflügelt Ihre Gedanken und Ideen. Außerdem treten Sie einmal aus dem normalen Rahmen heraus, was dazu führt, außerhalb des normalen Rahmens zu denken. Und Sie werden sehen neue Ideen kommen so leicht wie noch nie!

Entscheidend für gesundes Arbeiten ist ein Wechselspiel zwischen Belastung und Entspannung verschiedener Muskeln. Veränderung ist hier der Schlüssel und ein häufiger Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Bewegen.

Quellen: 1: DGMT | 2:  Statista | 3: Thieme | 4: Zeit | 5: NCBI

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