„Schlaf ist die goldene Kette, die unser Befinden und unseren Körper zusammenschweißt.“ Dieses Zitat von Thomas Dekker, einem elisabethanischen Dramatiker, klingt außerordentlich prophetisch. Es hat jedoch einen sehr waren Kern. Wir brauchen genug Schlaf, zur Regeneration unseres Körpers und vor allem zur Verarbeitung von Informationen und Erinnerungen im Gehirn. Warum also leidet unsere Gesellschaft derzeit an Schlafenzug, obwohl Schlafen doch so wichtig ist?

Was verraten uns die 32 Jahre Schlaf unseres Lebens?

Der Durchschnittsmensch verbringt etwa 36 % des Lebens schlafend. Wenn Sie also 90 Jahre alt werden, haben Sie ganze 32 Jahre schlafend zugebracht. Diese 32 Jahre zeigen uns: Schlaf ist auf irgendeine Art und Weise wichtig. Im Schlaf kann unser Körper sich wiederherstellen, sich regenerieren: die Wundheilung wird gefördert, Abfallstoffe werden aus dem Gehirn geschwemmt und es beeinflusst positiv unser Immunsystem und unseren Stoffwechsel. Unser Gehirn braucht eine Pause nach einem Tag voller Eindrücke und prasselnden, konstanten Informationsfluss. Im Schlaf verarbeiten wir diese, sortieren aus, ordnen neu und festigen Erinnerungen. Studien verraten uns heute, dass die Qualität und Quantität des Schlafes einen großen Effekt auf das Lernen und die Gedächtnisfunktion haben. Die Uniklinik Freiburg hat sogar kürzlich, erst Anfang dieses Jahres herausgefunden das Duftstoffe unser Lernen im Schlaf verbessern. Für die Studie lernten Schüler/innen zweier Schulklassen Englisch-Vokabeln – mit und ohne Duftstäbchen während der Lernphase und in der Nacht. Mit Duftreiz erinnerten sich die Schüler/innen deutlich besser an die Vokabeln.

Schlaf hat außerdem einen sehr großen Effekt auf unser Allgemeinbefinden. Vor allem unsere Immunsystem profitiert enorm von Schlaf. Forscher haben herausgefunden, bei einer 4 Stunden Schlaf Reduzierung in einer einzigen Nacht – also kein kompletter Schlafentzug, nur 4 Stunden weniger – nahm die Aktivität der natürlichen Killer Zellen um 70% ab.

70%! Das ist ganz schön viel. Killer Zellen sind die Geheimdienstagenten unseres Immunsystem. Sie sind sehr gut darin, gefährliche, unerwünschte Elemente zu identifizieren und zu beseitigen. Tatsächlich zerstören sie sogar krebsartige Tumormassen.

Warum schlafen wir dann nicht mehr?

Schlaf ist unser Lebenselixier. Je kürzer wir schlafen, desto kürzer werden wir leben. Warum sind nun große Teile unserer Gesellschaft heutzutage unausgeschlafen? In den 50er Jahren weist die Datenlage darauf hin, dass die meisten ungefähr acht Stunden pro Nacht schliefen. Heutzutage schlafen wir anderthalb bis zwei Stunden weniger pro Nacht, also befinden wir uns in der Sechseinhalb-Stunden-Liga. Senioren, Teenager und Schichtarbeiter bekommen sogar noch weniger, rund 5 Stunden Schlaf pro Nacht. Das Gehirn sehnt sich aber nach Schlaf. So passiert der Sekundenschlaf mit oftmals fatalen Folgen. Über 2000 Unfälle auf den Autobahnen – pro Jahr – wurden mit Müdigkeit, Verlust von Wachsamkeit und dem Einschlafen begründet. Ist man also müde und leidet unter Schlafmangel, führt das zu einem schlechten Gedächtnis, man ist weniger kreativ, wird impulsiver und hat generell ein schlechteres Urteilsvermögen. So haben wir das Verlangen unser Gehirn aufzuwecken. Man greift zum Kaffee, denn mit Koffein, das Aufputschmittel der westlichen Welt, schafft man es über den Tag. Hinzu kommt oft noch Nikotin und zu viele Kohlenhydrate. Denn auch Gewichtszunahme ist mit Schlafmangel verbunden. Wie hängt das zusammen? Schlafverlust erhöht scheinbar das Ausschütten des Hunger-Hormons Ghrelin, das dem Gehirn sagt: „Gib mir Kohlehydrate“, und als Folge sucht es sich Kohlehydrate und besonders Zucker.

Ein weiterer großer Faktor unserer heutigen hektischen Welt ist Stress. Und ich meinen hier nicht den guten Eustress, den wir benötigen, um aktiv und in Fahrt zu kommen. Nein, der andauernde chronische Stress ist einer der Hauptprobleme eines guten erholsamen Schlafs. Die ständig kreisenden Gedanken an die Arbeit, unser konstanter Blick aufs Handy und die endlose Erreichbarkeit stärken dies. Ist unser „Stress-Level“ erhöht, findet unter anderem die allabendlich einsetzende Umstellung auf und in den Schlafzustand nicht mehr richtig statt. Der Körper schüttet nicht mehr genügend Melatonin aus und wir können nicht

Schlafen für Anfänger – was können wir tun?

Erholsamer Schlaf ist eine Grundvoraussetzung für Wachheit, Fitness, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit am Tage, und nur „gesunder“ Stress am Tage lässt uns nachts gut und richtig schlafen. Oft sind es ganz simple äußere Gründe, die unseren Schlaf stören: zu viel Lärm bei offenem Fenster, zu viel Licht, zu schwere Mahlzeiten am Abend, ein unregelmäßiger Schlafrhythmus (z.B. Schichtdienst arbeiten), zu viel Hitze oder Kälte.

Schaffen Sie sich Wohlfühl-Bedingungen und nehmen Sie diese zwei Ratschläge mit:

  • Regelmäßigkeit! Gehen Sie ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett und wachen Sie zur gleichen Zeit auf, egal ob es der Wochentag oder das Wochenende ist.
  • Notwendigkeit! Schlaf ist kein optionales Luxus Gut, sondern eine nicht verhandelbare Notwendigkeit.

Quellen: 1: TED | 2: TED | 3: Uniklinik Freiburg | 4: nature | 5: destatis | 6: DGE | 7: Thieme

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